Eine gesunde Graves4-Ebene als Erfolgsfaktor in Zeiten der Finanzkrisen |
| 27.10.2011 |
|
In der Evolution der Kulturen bildet sich Graves4 in der frühen Phase einer Hochkultur, wenn eine bessere Organisation benötigt wird, als es Stammesstrukturen ermöglichen.
Eine Einführung in das Gravesmodell finden Sie hier: Artikel & Video: Einführung in das Gravesmodell
Das war in der Regel so beim Übergang einer Jäger- und Sammler-Kultur in eine Agrar-Gesellschaft: „Die Organisation von Bewässerungsanlagen erforderte neue technische Fertigkeiten, und eine effizientere Organisation der Gesellschaft. Während den Jägern und Sammlern Sprache als Kommunikationsplattform genügte, erforderte diese komplexe neue Agrar-Gesellschaft eine Kultur der Schrift. Ist doch interessant: Überall dort, wo bewässerte Landwirtschaft betrieben wurde, entstand eine Kultur der Schrift. Im Nahen Osten, im Industal, in China oder in Mexiko. Und es entstand ein Bewusstsein der Religion.“ (US-Soziologe Jeremy Rifkin im Interview mit diepresse.com am 10.2.2010)
Langfristig wird eine Gesellschaft nur ökonomisch erfolgreich sein, wenn auch die Graves4-Wertebasis gesund ist und balanciert wird durch höhere Werteebenen. Es ist die primäre Verantwortung der Politik, ein Umfeld für eine gesunde Graves4-Ebene zu schaffen. Dazu Bedarf es neben unabhängiger Gesetzgebung (Stichwort: Österreichischer Verfassungsgerichtshof bzw. Bundesverfassungsgericht in Deutschland) auch die Notwendigkeit mit eigenem Beispiel voranzugehen. Die aktuelle Eurokrise zeigt, wie unzureichend eine Währungsunion (Graves5-Ebene) ohne tragfähige Regeln (Graves4-Strukturen) ist. Es bleibt abzuwarten, wie erfolgreich die "Operation am offenen europäischen Graves4-Herzen" sein wird (geschrieben am 27.10.2011). Auch in den USA ist in der ursprünglichen Intention von Barack Obama eine Stärkung von Graves4 bzw. von allen gruppenorientierten Werteebenen (Graves2, Graves4, Graves6 und Graves8) zu erkennen. Fraglich ist allerdings wie viel davon realpolitisch noch umgesetzt werden wird. Bisher sind die Ergebnisse hierzu ernüchternd. Die „Globalisierung“ ist eine weltweite Werteevolution von Graves4 nach Graves5. China, Indien, Osteuropa und viele Schwellenländer haben in den letzten Jahren ihre Graves5-Werteebene entwickelt. Grundsätzlich ist die Globalisierung daher eine evolutionäre Bewegung: „Wohlstand schafft Frieden“, auch wenn die Auswirkungen in Europa lokal eher deevolutionär wirkten, da die europäische Graves6-Ebene geschwächt wurde, was sich im Sozialabbau zeigte. Allerdings schaut die ganze Welt jetzt gebannt auf die USA und Europa, d.h. auf die "Vorbilder" der Globalisierung. Schaffen es USA und Europa ihre Graves4-Ebene wieder zu stabilisieren? Beginnen die Bürger wieder an die Ehrlichkeit und Handschlag-Qualität ihrer Politiker zu glauben? Oder kommt es zu gesellschaftlichen Umbrüchen und zu neuen Strukturen? Vieles wird in Zukunft davon abhängen, wie durch systemisch-intelligente (Graves7) und nachhaltige (Graves8) Maßnahmen das kollektive Graves4-System der westlichen Kulturen stabilisiert und gesünder gemacht werden kann, so dass sich gesellschaftlicher Wohlstand nachhaltig manifestiert. |